Das Horoskop
Die Radix, ihre Transite und ihre Progression
Die Zeitherrscher-Techniken dieser Seite — Profektionen, Zodiacal Releasing, der Lebensbogen — sagen, wann etwas fällig wird. Was fällig wird, steht hier. Ohne die Deutung des Geburtshoroskops bleiben jene Techniken ein Kalender ohne Inhalt; mit ihr werden sie konkret.
Die zwölf Felder, einzeln befragt
Im Horoskop stehen die Planeten da, aber sie beantworten keine Frage. Klick ein Feld an — Geld, Arbeit, Ehe, Kinder, Ruf —, und es wird nach dem klassischen Verfahren durchgerechnet: der Herr des Feldes und sein Stand, wer im Feld steht, wer den Herrn ansieht, und der alte Anzeiger der Sache. Beim fünften Feld kommt die hellenistische Frage nach der Kinderzahl dazu, beim zehnten der Rang des Ruhms nach Ptolemäus.
Häuser im Ganzzeichen — dasselbe Verfahren wie bei Profektionen und Zodiacal Releasing, damit die Abschnitte zueinander passen. Planetenpositionen aus der gemeinsamen Astronomie dieser Seite; für die Deutung genau genug, für nautische Zwecke nicht.
Yıldıznâme
Das Sternbuch — ein Horoskop ohne Geburtsdatum
Der eigene Name und der Name der Mutter — so fragen die Handschriften, denn die Mutter ist zweifelsfrei. Beide werden arabisch geschrieben, ihre Buchstaben im Ebced addiert, die Summe geteilt.
Die arabische Schreibung ist ein Vorschlag. Jeder Buchstabe lässt sich austauschen, streichen oder anfügen — bei arabischstämmigen Namen entscheidet die Herkunft, nicht der türkische Klang.
Die niyet cetveli, die Tafel der Absicht: nicht das Wesen, sondern die eine Frage. Gerechnet wird aus den Buchstaben der Frage, dem Namen des Fragenden und der Stunde, in der gefragt wird.
Zwei Menschen, vier Namen. Die Handschriften rechnen beide Summen gegeneinander und lesen dazu die alte Regel der Elemente.
Der erste
Der zweite
Und was sagt der Himmel dazu? (Geburtstage, freiwillig)
Der Namensvergleich rechnet mit Buchstaben. Ob zwei Menschen zueinander passen, fragten die alten Bücher aber auch am Himmel — und dort nach wenigen, immer denselben Berührungen: Mond zu Mond, Sonne zu Mond, Venus zu Mars. Trag die beiden Geburtstage ein, und der Vergleich bekommt eine zweite, unabhängige Stimme. Der Geburtsort wird dafür nicht gebraucht.
Der erste
Der zweite
Der rechte Zeitpunkt
Elektion nach den achtundzwanzig Mondstationen
Die Wahlastrologie fragt nicht, wer du bist, sondern wann etwas beginnen soll. Ihr ältestes Werkzeug sind die menâzil-i kamer, die achtundzwanzig Herbergen des Mondes: Er zieht in gut siebenundzwanzig Tagen hindurch und wechselt fast täglich die Station — und jede hat, wofür sie taugt und wovor sie warnt.
Die achtundzwanzig Stationen
Zum Nachschlagen — die Tafel, aus der oben geurteilt wird.
| # | Herberge | Arabisch | Hüküm | Günstig für | Meide |
|---|
In welcher Herberge der Mond steht, rechnet der Abschnitt oben aus dem wirklichen Mondstand. Die Tafel selbst sagt das nicht — dafür braucht es den Mond, nicht die Buchstaben eines Namens.
ʿIlm al-Raml
Die Sandkunst — Punkte, Figuren, ein Richter
Man zieht mit dem Finger Reihen von Punkten in den Sand, ohne sie zu zählen, und liest nur, ob ihre Zahl gerade oder ungerade war. Vier Reihen ergeben eine Figur, vier Figuren die Mütter. Aus ihnen wächst nach festen Regeln ein ganzer Schild: Töchter, Nichten, zwei Zeugen — und zuletzt der Richter, der antwortet. Über Nordafrika kam das Verfahren als geomantia nach Europa; die sechzehn Figuren tragen dort lateinische Namen.
Die sechzehn Figuren
| Figur | Arabisch | Umschrift | Name | Element, Stern | Bedeutung |
|---|
Die vier Reihen jeder Figur stehen für Feuer, Luft, Wasser und Erde. Je zwei Figuren sind Umkehrungen voneinander — Puer und Puella, Albus und Rubeus, Fortuna maior und minor, Acquisitio und Amissio, Laetitia und Tristitia, Caput und Cauda. Nur Via, Populus, Carcer und Coniunctio spiegeln sich selbst. Die Zuordnung arabischer und lateinischer Namen schwankt zwischen den Überlieferungen; hier steht die verbreitete.
Meine Angaben
Die Namen
Ein zweiter Mensch — für İsim uyumu
Nur nötig, wenn du zwei Namen gegeneinander rechnen willst.
Die Geburt
Koordinaten und Zeitzone von Hand
Sobald das ausgefüllt ist, stehen die Techniken dieses Weges darunter — und sie rechnen alle von selbst mit diesen Angaben.
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Dienst Nominatim (OpenStreetMap)
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wird an einen Server dieser Seite geschickt, es gibt keinen.
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Deine Lesung
Die Techniken einzeln
Das Leuchten
Ein Leben, vor- und zurückgespult
Vier Zeitherrscher-Systeme laufen nebeneinander her — Zodiacal Releasing, die Profektion, die persische Firdaria und die indische Vimshottari. Jedes nennt zu jedem Alter einen Herrn. Hier liegen sie übereinander: Zieh die Leiste durch dein Leben und sieh, worauf sie gemeinsam zeigen. Wo viele dasselbe sagen, brennt es hell und einfarbig; wo jedes etwas anderes sagt, bleibt es matt und vielfarbig.
Spirit Name
Der Geist des 11. Hauses — nach Agrippa
Ein anderes Buch als das Yıldıznâme: Cornelius Agrippas De Occulta Philosophia (Buch III, Kap. 26). Statt des Namens fragt dieses Verfahren den wirklichen Himmel zur Geburtsstunde. Aus Geburtsdatum, -zeit und -ort werden die fünf hylegischen Örter berechnet — Aszendent, Sonne, Mond, Glückspunkt und die Syzygie vor der Geburt. Über den Tierkreis liegt der Kreis der hebräischen Buchstaben; jeder Ort fällt in einen Sektor und gibt seinen Buchstaben her. Die fünf zusammen ergeben den Geistnamen. Dazu, als eigene Aussage, der Almuten des 11. Hauses — der Regent des Hauses des „guten Geistes".
Sobald die Maske ausgefüllt ist, öffnen sich die Abschnitte dieses Weges oben in der Leiste — und sie rechnen alle von selbst mit diesen Angaben.
Die Ortssuche fragt einmalig, auf Knopfdruck, den freien Dienst Nominatim (OpenStreetMap) — sonst verlässt nichts diesen Browser. Wer das nicht möchte, trägt Breite und Länge direkt ein.
Wie dieser Teil rechnet
Aus Datum, Uhrzeit, UTC-Offset, Breite und Länge: julianisches Datum → Greenwich-Sternzeit → Ortssternzeit (RAMC) → Aszendent, mit der Schiefe der Ekliptik nach dem Datum und den Standardformeln der sphärischen Astronomie (Meeus). Die Sonnenposition nach Meeus Kap. 25, die Mondlänge nach Kap. 47 in gekürzter Reihe (rund eine Bogenminute genau — bei Sektoren von 16° reichlich). Die Sonnenhöhe entscheidet Tag- oder Nachtgeburt und damit die Formel für den Glückspunkt: bei Tag Asz + Mond − Sonne, bei Nacht Asz + Sonne − Mond. Die Syzygie vor der Geburt wird gesucht, indem die Elongation der Lichter rückwärts auf 0° oder 180° gebracht wird; bei einer Opposition wird die Länge des Mondes genommen.
Der Buchstabenkreis teilt die vollen 360° in gleiche Sektoren, beginnend bei 0° Widder mit Aleph. Der 22er-Modus ist Agrippas Zahl; der 27er-Modus (22 Buchstaben plus die fünf Schlussformen) ist eine plausible eigene Rekonstruktion, keine belegte historische Tabelle. Auch die Reihenfolge der fünf Örter im Namen und die Endung -El oder -Jah weichen von Handschrift zu Handschrift ab.
Die Spitze des 11. Hauses folgt der Ganzzeichen-Vereinfachung: zehn Zeichen nach dem Aszendenten, gleicher Grad. Sie geht nur in den Almuten ein, nicht in den Namen.
Auch dies: ein Nachbau einer historischen Denktechnik, kein Ratgeber und keine Aussage über tatsächliche geistige Entitäten. Ärztliche, rechtliche und geldliche Entscheidungen gehören zu Menschen, nicht zu Tafeln.
Die älteste Vorhersagetechnik der westlichen Astrologie, systematisiert von Ptolemäus (Tetrabiblos III), in der Neuzeit wiederentdeckt u. a. durch Martin Gansten (Primary Directions, 2009). Nicht die Planeten bewegen sich — der ganze Himmel dreht sich um die Weltachse, rund einen Grad pro vier Zeitminuten, im Schlüssel des Ptolemäus also ein Grad pro Lebensjahr. Ein Promissor "kommt zur Richtung", wenn diese Drehung ihn auf die Stelle eines Signifikators bringt.
Wie dieser Teil rechnet
Direktionen zu den vier Achsen sind geschlossen lösbar über die schiefe Auf- bzw. Untergangsrektaszension jedes Promissors (Ptolemäus' eigenes Verfahren, mit der wirklichen Deklination — schon die volle "mundane" Fassung dieses Teils, kein Häusersystem nötig). Direktionen zwischen zwei Planeten laufen standardmäßig unter dem Pol des Signifikators, der klassischen Rechnung: Jeder Signifikator bekommt je nach Stand zwischen Horizont und Meridian einen eigenen Pol — null am Meridian, die volle geographische Breite am Horizont —, und unter diesem Pol wird der Bogen genommen. Das ist das Verfahren, das zu den Quadrantenhäusern nach Alcabitius (al-Qabīṣī, 10. Jh.) gehört, die diese Seite dafür rechnet. Zum Vergleich lässt sich oben auf die alte Vereinfachung "im Tierkreis" umstellen: Aspektpunkt ohne Breite, Bogen als bloße Differenz der Rektaszensionen. Die Ergebnisse unterscheiden sich spürbar, und die Polrechnung ist die historisch richtige. Als konvers zeigt diese Seite 360° minus den direkten Bogen — die gebräuchliche praktische Umsetzung, nicht in jeder Nuance jede historische Definition.
Ein Nachbau einer historischen Rechentechnik zum eigenen Nachvollziehen — keine Vorhersage. Ärztliche, rechtliche und geldliche Entscheidungen gehören zu Menschen, nicht zu Bögen.
Eine hellenistische Zeitherren-Technik, überliefert bei Vettius Valens und in der Neuzeit vor allem durch Robert Hand wieder zugänglich gemacht. Von einem Los — dem Los des Glücks (Körper, Umstände) oder dem Los des Geistes (Handeln, Absicht) — werden die zwölf Zeichen "freigesetzt", jedes so viele Jahre lang, wie sein Herrscher an "kleineren Jahren" trägt; jede Stufe verschachtelt dieselbe Zählung fein in sich selbst.
Wie dieser Teil rechnet
Los des Glücks: bei Tag Asz + Mond − Sonne, bei Nacht Asz + Sonne − Mond. Los des Geistes: bei Tag Asz + Sonne − Mond, bei Nacht Asz + Mond − Sonne. Die erste Stufe (L1) durchläuft, beim Zeichen des Loses beginnend, alle zwölf Zeichen der Reihe nach — jedes so viele Jahre lang, wie die "kleineren Jahre" seines Herrschers zählen (Mond 25 · Sonne 19 · Merkur 20 · Venus 8 · Mars 15 · Jupiter 12 · Saturn 30). Jede weitere Stufe (L2, L3, L4) durchläuft, beim selben Zeichen wie die Stufe darüber beginnend, wieder alle zwölf Zeichen, ihre Längen anteilig aus der Länge der übergeordneten Stufe berechnet (Summe der Zeichen-Jahre einer vollen Runde: 214). Steht der Herrscher eines Zeichens bei der Geburt selbst in einem seiner eigenen Zeichen, wird die Stufe verdoppelt.
Nicht umgesetzt: die "Lösung des Bandes" (die Umkehrregel bei bestimmten Spannungswinkeln zum Ausgangszeichen) — eine weitere klassische Regel, hier bewusst ausgelassen, weil sich ihre genaue Bedingung aus dem verfügbaren Material nicht mit Sicherheit rekonstruieren ließ. Ein Nachbau einer historischen Rechentechnik zum eigenen Nachvollziehen, keine Vorhersage.
Ein griechisches System aus der hellenistischen Astrologie: Antiszien (griech. anti gegenüber + skia Schatten) sind zwei Punkte der Ekliptik mit derselben Sonnendeklination, gespiegelt an der Sonnwendachse (0° Krebs/0° Steinbock) — an ihnen wirft die Sonne am selben Ort den gleich langen Mittagsschatten, und für jeden Tag im Jahr außer den vier Kardinalpunkten gibt es so einen kalendarischen Schattenzwilling. Die Kontra-Antiszien spiegeln stattdessen an der Äquinoktialachse (0° Widder/0° Waage) — entgegengesetzte Deklination, Tag und Nacht vertauscht.
Der Schattenzwilling-Kalender
Rein kalendarisch-astronomisch, ganz ohne Horoskop: ein Datum eintragen und sehen, welcher andere Tag im Jahr dieselbe Sonnendeklination trägt.
Antiszien im Horoskop
Die Vertiefung: aus den Geburtsdaten (Reiter „Meine Daten") das Antiszion und Kontra-Antiszion jedes Planeten, des Aszendenten und des MC — und die Prüfung, ob ein Punkt auf das Antiszion eines anderen fällt: eine Verbindung, die im gewöhnlichen Aspektbild unsichtbar bleibt.
Wie dieser Teil rechnet
Antiszion(λ) = 180° − λ; Kontra-Antiszion(λ) = 360° − λ. Der Schattenzwilling-Tag wird gefunden, indem die julianische Tageszahl so lange nachgeführt wird (mittlere Sonnenbewegung ≈ 0,9856°/Tag), bis die Sonnenlänge genau die Zielposition erreicht — nicht durch bloßes Spiegeln des Kalendertags, denn wegen der leicht elliptischen Erdbahn läuft die Sonne im Januar etwas schneller als im Juli; die Schattenzwillinge liegen deshalb nicht exakt symmetrisch um die Sonnwende (z. B. 5. Mai und 7./8. August um die Sommersonnenwende). Für „verborgene Verbindungen" im Horoskop gilt ein Orbis von 2,5°.
Ein Nachbau einer historischen Rechentechnik zum eigenen Nachvollziehen — keine Vorhersage. Ärztliche, rechtliche und geldliche Entscheidungen gehören zu Menschen, nicht zu Schatten.
Eine hellenistische Zeitherren-Technik neben Zodiacal Releasing, überliefert u. a. bei Vettius Valens: Nicht die Planeten wandern, sondern die Häuser. Mit jedem Lebensjahr rückt die Zählung, in Ganzzeichen-Häusern, um ein Zeichen weiter — im Geburtsjahr steht das Zeichen des Aszendenten selbst auf dem I. Haus, ein Jahr später das nächste, und so fort. Der Herrscher des profizierten I. Hauses ist der Herr des Jahres. Die zwölf Monate eines Jahres profizieren auf dieselbe Weise weiter, beim Zeichen des Jahres beginnend.
Wie dieser Teil rechnet
Profiziertes I. Haus im Alter N: Zeichen des Aszendenten + N Zeichen, in Ganzzeichen gezählt. Die übrigen elf Häuser folgen in derselben Reihenfolge wie natal. Der Herr des Jahres ist der Herrscher (Domizil) dieses Zeichens. Für die Monate desselben Jahres läuft dieselbe Zählung ein zweites Mal, beim Zeichen des Jahres beginnend statt beim Aszendenten.
Ein Nachbau einer historischen Rechentechnik zum eigenen Nachvollziehen — keine Vorhersage. Ärztliche, rechtliche und geldliche Entscheidungen gehören zu Menschen, nicht zu Häusern.
Firdaria
Fünfundsiebzig Jahre auf neun Herren
Aus dem persisch-arabischen Zweig, bei Abū Maʿšar und den Seinen. Das Leben wird nicht in Zeichen abgezählt, sondern in feste Jahresmengen zerlegt: Sonne zehn, Venus acht, Merkur dreizehn, Mond neun, Saturn elf, Jupiter zwölf, Mars sieben — dazu die beiden Mondknoten mit drei und zwei. Zusammen fünfundsiebzig. Die Reihenfolge hängt an einer einzigen Frage: Stand die Sonne bei der Geburt über oder unter dem Horizont?
Vimshottari Dasha
Hundertzwanzig Jahre, gezählt vom Mondhaus der Geburt
Das verbreitetste Zeitsystem der indischen Astrologie. Hundertzwanzig Jahre verteilen sich auf neun Herren — Ketu sieben, Venus zwanzig, Sonne sechs, Mond zehn, Mars sieben, Rahu achtzehn, Jupiter sechzehn, Saturn neunzehn, Merkur siebzehn. Welcher beginnt, entscheidet der Mond: In welchem seiner siebenundzwanzig Häuser er bei der Geburt stand, und wie weit er darin schon gekommen war. Gerechnet wird siderisch, nicht tropisch — der Unterschied beträgt derzeit gut vierundzwanzig Grad.
Die Idee dahinter
Woher die Verfahren kommen und was sie behaupten
Oracle sammelt Wahrsagekünste aus der ganzen Welt — solche, die mit dem Himmel zu tun haben und mit dem Kosmos, in dem wir leben. Mit Zyklen und Rhythmen: dem Umlauf der Planeten, den Herbergen des Mondes, den Jahren, die von Geburtstag zu Geburtstag weiterrücken, dem Atemzug und dem Herzschlag.
Und mit Sprache und Klang. Denn nicht alle diese Künste befragen den Himmel über die Zeit. Das Yıldıznâme befragt ihn über den Namen: Buchstaben sind dort Zahlen, ein Name ist eine Summe, und diese Summe fällt in ein Fach des Himmels. Agrippas Geistname kommt aus dem hebräischen Alphabet, das über den Tierkreis gelegt wird. Die Sandkunst liest gerade und ungerade. Zahl, Laut und Umlauf sind in diesen Büchern dasselbe in verschiedener Gestalt.
Sie widersprechen einander in vielem — hellenistisch, arabisch-osmanisch, ägyptisch, lateinisch. Was sie teilen, ist eine Annahme: Ein Zeitpunkt oder ein Name ist kein leerer Behälter, sondern hat eine Gestalt, und diese Gestalt lässt sich abzählen.
Oracle versammelt Techniken, die über zweitausend Jahre und drei Kulturkreise verteilt entstanden sind — hellenistisch, arabisch-osmanisch, ägyptisch, lateinisch-europäisch. Sie widersprechen einander in vielem. Was sie teilen, ist eine Annahme: Ein Zeitpunkt oder ein Name ist kein leerer Behälter, sondern hat eine Gestalt, und diese Gestalt lässt sich abzählen.
Keine dieser Techniken sagt die Zukunft voraus, und keine wird hier so benutzt. Sie geben Themen, Fälligkeiten und Tonarten. Was daraus wird, steht in keiner Tafel.
Die sieben Wandelsterne
Die rechnende Astrologie sagt, wo ein Planet steht. Was er ist, sagt sie nicht — das steht in anderen Büchern. Im Picatrix, dem arabischen Ġāyat al-Ḥakīm aus dem zehnten Jahrhundert, das im dreizehnten ins Lateinische kam, und bei Agrippa in der Occulta Philosophia. Diese Bücher geben jedem Planeten eine Gestalt, ein Metall, einen Tag, eine Farbe und eine lange Liste dessen, was er bedeutet.
Die Gestalten unten sind die des Picatrix. Er beschreibt sie so genau, weil man sie in Stein schneiden können sollte — das war ihr Zweck. Hier stehen sie aus einem anderen Grund: Wer die Gestalt vor Augen hat, versteht die Deutungen dieser Seite schneller als über jede Definition.
Die Bilder sind nach den Beschreibungen des Picatrix angefertigt, nicht aus einer Handschrift abgezeichnet — die mittelalterlichen Abschriften enthalten die Gestalten als Text, nicht als Bild.
Die Techniken
Das Horoskop — Radix, Transite, Progression
Die Grundlage aller Zeittechniken auf dieser Seite. Gerechnet werden Aszendent, MC, die sieben klassischen Planeten in Zeichen und Häusern (Ganzzeichen), die essentiellen Würden — Domizil, Erhöhung, Exil, Fall — und die Aspekte untereinander. Dazu die Sekte: ob die Sonne bei der Geburt über oder unter dem Horizont stand, was darüber entscheidet, welche Planeten gefälliger und welche fordernder auftreten.
Transite zeigen, wo die langsamen Läufer — Mars, Jupiter, Saturn — heute stehen und was sie im Geburtshoroskop berühren. Die schnellen bleiben außen vor; sie sind in Tagen vorbei. Sekundäre Progressionen rechnen einen Tag nach der Geburt für ein Lebensjahr: Die progressierte Sonne rückt etwa ein Grad im Jahr, der progressierte Mond braucht achtundzwanzig Jahre für den Kreis. Sie beschreiben kein Ereignis, sondern das innere Wetter.
Warum das hier steht: Profektionen, Zodiacal Releasing und der Lebensbogen nennen einen Herrn der Zeit — aber ein Herr des Jahres sagt für sich genommen wenig. Erst wo er im Geburtshoroskop steht, in welchem Zeichen, in welchem Haus, mit welcher Würde, wird daraus eine Aussage. Deshalb greifen die Deutungen jener Abschnitte auf diese Rechnung zurück.
Yıldıznâme — das osmanische Sternbuch
Ein Horoskop ohne Geburtsdatum. Die meisten Menschen kannten ihren Geburtstag nicht, geschweige denn die Stunde — also wird der Himmel nicht über die Zeit befragt, sondern über den Namen: den eigenen und den der Mutter, denn die Mutter ist zweifelsfrei. Beide werden arabisch geschrieben, ihre Buchstaben im Ebced addiert, die Summe geteilt.
Das Genre wird Cafer-i Sâdık zugeschrieben — eine Autoritätszuschreibung, keine Autorschaft. Die erhaltenen Handschriften sind osmanisch (Süleymaniye, Millet Yazma Eser, Milli Kütüphane Ankara) und weichen voneinander ab; ein kanonisches Yıldıznâme gibt es nicht.
Ebced-i kebîr
Jeder der 28 arabischen Buchstaben trägt einen Zahlwert, gemerkt in acht Kunstwörtern: ebced · hevvez · huttî · kelemen · sa'fes · karaşet · sehaz · dazağ.
| ا 1 | ب 2 | ج 3 | د 4 | ه 5 | و 6 | ز 7 |
| ح 8 | ط 9 | ي 10 | ك 20 | ل 30 | م 40 | ن 50 |
| س 60 | ع 70 | ف 80 | ص 90 | ق 100 | ر 200 | ش 300 |
| ت 400 | ث 500 | خ 600 | ذ 700 | ض 800 | ظ 900 | غ 1000 |
Die persisch-osmanischen Zusatzbuchstaben zählen wie ihre Nachbarn: پ = 2, چ = 3, ژ = 7, گ = 20. Das ة gilt hier als 400 — manche Handschriften setzen 5.
- ÷ 12 — das Zeichen (burç). Rest null zählt als das zwölfte.
- ÷ 7 — der Wandelstern, chaldäisch von der Sonne abwärts: Şems, Zühre, Utarit, Kamer, Zühal, Müşteri, Merih.
- ÷ 4 — das Element: Ateş, Toprak, Hava, Su.
- ÷ 28 — die Mondherberge.
Dass Zeichen und Element dasselbe Element nennen, ist kein Zufall: zwölf ist durch vier teilbar. Der Jahresregent im Jahreskasten verbindet die Namenssumme mit der Jahreszahl — eine Falnâme-Praxis, nicht aus einer einzelnen Handschrift belegt.
Niyet — die Tafel der Absicht
Nicht das Wesen, sondern die eine Frage. Gerechnet wird aus den Buchstaben der Frage, dem Namen des Fragenden und der Planetenstunde: Die erste Stunde nach Sonnenaufgang gehört dem Herrn des Wochentages, danach läuft die chaldäische Ordnung weiter. Dieselbe Frage bekommt zu anderer Stunde eine andere Antwort — das ist keine Schwäche, sondern der Sinn: Gefragt wird nicht die Sache, sondern der Augenblick.
İsim uyumu — zwei Namen gegeneinander
Beide Namenssummen werden addiert und der Rest gelesen; dazu tritt die alte Regel der Elemente — Feuer und Luft nähren einander, Erde und Wasser tragen einander. Eine Verträglichkeitsrechnung, wie sie im Ehe-Kapitel der Handschriften steht.
Der rechte Zeitpunkt — Elektion
Die menâzil-i kamer: Herbergen, in denen der Mond auf seinem Umlauf je eine Nacht wohnt. Achtundzwanzig Stationen für achtundzwanzig Buchstaben — in den Handschriften ist das kein Zufall, sondern der Grund.
Benutzt werden sie in der Wahlastrologie, die nicht fragt, wer du bist, sondern wann etwas beginnen soll. Der Abschnitt nimmt dein Vorhaben, ordnet es einer von zehn Arten zu und prüft den wirklichen Mondstand gegen drei Regeln: was die heutige Station empfiehlt und wovor sie warnt, ob der Mond zunimmt (für Aufbauendes) oder abnimmt (für Abtragendes), und ob er in der verbrannten Bahn steht — der Strecke zwischen 15° Waage und 15° Skorpion, die für alles gemieden wird, was halten soll. Anschließend sucht er die nächsten vier Wochen nach besseren Tagen ab.
Die alte Warnung gilt: Eine gute Stunde macht kein schlechtes Vorhaben gut.
Spirit Name — der Geist des 11. Hauses
Aus Agrippas De Occulta Philosophia (Buch III, Kap. 26). Hier wird der wirkliche Himmel der Geburtsstunde befragt. Über den Tierkreis legt Agrippa den Kreis der 22 hebräischen Buchstaben; an den fünf hylegischen Örtern — Aszendent, Sonne, Mond, Glückspunkt und der Syzygie vor der Geburt — wird je ein Buchstabe abgelesen, und die fünf ergeben den Namen, mit -El oder -Jah am Ende.
Das elfte Haus heißt in der alten Häuserlehre bonus daemon, das Haus des guten Geistes. Der Name ist nicht der eines Fremden, der über einen wacht, sondern der Name dessen, was in einem selbst für einen ist.
Gerechnet mit den Standardformeln der sphärischen Astronomie nach Meeus: julianisches Datum, Greenwich-Sternzeit, Ortssternzeit, Aszendent; Sonne nach Kap. 25, Mond nach Kap. 47 in gekürzter Reihe (gegen Meeus' eigenes Beispiel 47.a auf 19 Bogensekunden geprüft). Die Syzygie wird gesucht, indem die Elongation der Lichter rückwärts auf 0° oder 180° gebracht wird.
Der Lebensbogen — Primärdirektionen
Die älteste Prognosetechnik überhaupt und die einzige, die mit der tatsächlichen Erddrehung rechnet. Der Himmel dreht sich nach der Geburt weiter; ein Grad dieser Drehung gilt für ein Lebensjahr (Ptolemäus' Schlüssel). Wo dabei ein Planet auf eine Achse trifft, wird sein Thema fällig.
Primärdirektionen sagen wann, nicht was. Sie reagieren empfindlich auf die Geburtszeit — vier Minuten Fehler verschieben ein Ereignis um ein Jahr. Deshalb stehen die Daten hier bewusst als Fenster von Wochen.
Zodiacal Releasing
Aus Vettius Valens' Anthologien (2. Jh.). Vom Los des Glücks aus werden Zeichen für Zeichen Perioden abgezählt, jede so lang wie die Jahre ihres Herrschers (Mars 15, Venus 8, Merkur 20, Mond 25, Sonne 19, Jupiter 12, Saturn 30). So entstehen ineinandergeschachtelte Kapitel: L1 gibt die großen Abschnitte, L2 die Jahre darin, L3 die Monate.
Die Technik ist wiederentdeckt worden, nicht überliefert — sie lag bis ins 20. Jahrhundert unbenutzt in den Handschriften. Ihre Stärke sind die Übergänge: Wo eine Periode endet, ändert sich der Ton oft binnen Wochen.
Antiszien — die Schattenzwillinge
Spiegelt man einen Grad an der Achse der Sonnenwenden (0° Krebs gegenüber 0° Steinbock), so hat der gespiegelte Punkt dieselbe Deklination und denselben Tagbogen: Die Sonne stünde dort gleich hoch und gleich lang am Himmel. Zwei solche Punkte sind verbunden, ohne einander zu sehen.
Das Antiszion gilt als verborgene Freundschaft, das Kontra-Antiszion — gespiegelt an der Tagundnachtgleiche — als verdeckte Gegnerschaft. Klassisch sieht man hier nach, wenn eine Deutung nicht aufgeht: eine Anziehung ohne Aspekt, eine Hemmung ohne Grund.
Profektionen
Profectio heißt Vorrücken. Mit jedem Geburtstag wandert der Aszendent ein ganzes Zeichen weiter — ein Jahr, ein Haus. Das Haus gibt dem Jahr sein Thema, sein Herrscher wird zum Herrn des Jahres. Nach zwölf Jahren ist der Kreis geschlossen.
Die sparsamste Jahrestechnik, die es gibt: Sie braucht nur den Aszendenten und das Alter. Gerade deshalb ist sie robust — sie irrt nicht an einer ungenauen Geburtszeit, solange das Zeichen des Aszendenten stimmt.
Firdaria
Aus dem persisch-arabischen Zweig, bei Abū Maʿšar und den Seinen. Fünfundsiebzig Jahre werden in feste Mengen zerlegt und der Reihe nach vergeben: Sonne zehn, Venus acht, Merkur dreizehn, Mond neun, Saturn elf, Jupiter zwölf, Mars sieben, dazu die Mondknoten mit drei und zwei. Die Reihenfolge hängt allein daran, ob die Sonne bei der Geburt über oder unter dem Horizont stand. Jede große Periode zerfällt in sieben gleiche Unterperioden, beginnend beim eigenen Herrn.
Das Verfahren fragt weder nach Zeichen noch nach Häusern — es ist reine Abzählung. Seine Schärfe bekommt es erst dadurch, wo der jeweilige Herr im Geburtshoroskop steht.
Vimshottari Dasha
Das verbreitetste Zeitsystem der indischen Astrologie. Hundertzwanzig Jahre auf neun Herren: Ketu sieben, Venus zwanzig, Sonne sechs, Mond zehn, Mars sieben, Rahu achtzehn, Jupiter sechzehn, Saturn neunzehn, Merkur siebzehn. Welcher beginnt, entscheidet der Mond — genauer: in welchem seiner siebenundzwanzig Häuser er bei der Geburt stand und wie weit er darin schon gekommen war. Dieser Rest ist die erste Periode.
Gerechnet wird siderisch: Der indische Tierkreis hängt an den Sternen, nicht am Frühlingspunkt, und läuft dem tropischen inzwischen um gut vierundzwanzig Grad hinterher. Diese Differenz heißt Ayanamsa; hier nach Lahiri, genähert auf wenige Bogenminuten — bei einem Mondhaus von 13°20′ fällt das nicht ins Gewicht.
Die Jahresumdrehung
Einmal im Jahr kehrt die Sonne auf den Grad zurück, auf dem sie bei der Geburt stand; für diesen Augenblick wird ein Horoskop gestellt. Abū Maʿšar hat das Verfahren in „Über die Umdrehungen der Jahre der Geburten“ ausgearbeitet — bis heute die ausführlichste Darstellung, die wir haben (auf Deutsch über Benjamin Dykes’ Übersetzung zugänglich).
Entscheidend ist bei ihm nicht das Jahreshoroskop allein, sondern die Reihenfolge der Befragung: erst die Geburt, dann ihre Sekte, dann das Zeichen des Jahres und sein Herr, dann Firdar und Teilhaber, dann deren Stellung zum Zeichen des Jahres und zum Herrn des Jahres, dann ihr Zustand in der Geburt und in der Umdrehung — und erst danach die Deutung. Der Abschnitt geht sie nummeriert durch. Wer sie umdreht und mit der Deutung anfängt, findet immer etwas, aber nicht das, was dasteht.
Das Lebensmaß — Hylech und Alkochoden
Die älteste und umstrittenste Technik der Überlieferung. Gesucht wird erst der Hylech (haylāj, griechisch aphetes, „der Loslassende“): die Stelle, von der das Leben ausgeht — bei Tag zuerst die Sonne, bei Nacht zuerst der Mond, aber nur in einem der Örter des Lebens; sonst die Syzygie vor der Geburt, sonst der Aszendent. Dann der Alkochoden (kadkhudāh, „der Hausherr“): wer über diesem Grad die meiste Würde hat und ihn zugleich sieht. Er gibt seine Jahre — die größten, mittleren oder kleinsten, je nachdem, wie er selbst steht —, und Wohltäter wie Übeltäter schlagen zu oder ab.
Diese Zahl ist kein Datum und keine Aussage über einen Menschen. Ptolemaios rechnete anders als die Perser, die Perser anders als die Araber; dieselbe Geburt ergab bei ihnen verschiedene Zahlen. Sie steht hier, weil sie zur Überlieferung gehört — mit ihrer Uneinigkeit als Teil der Sache.
Die Essenz
Rechnet nichts Eigenes. Sie liest zusammen, was die anderen Abschnitte gefunden haben, und fügt es zu einem Text — das Wesen aus den Namen, den Geistnamen aus der Geburtsstunde, das laufende Kapitel, die nächste Fälligkeit, das Verborgene und das laufende Jahr.
Was hier ehrlich gesagt sein muss
Die Deutungen sind im Ton der Vorlagen neu gefasst, nicht aus einzelnen Handschriften abgeschrieben. Wo eine Rekonstruktion vorliegt und keine belegte Tabelle — der 27-Einheiten-Modus beim Spirit Name, der Jahresregent im Yıldıznâme —, steht es an Ort und Stelle dabei.
Alles rechnet in deinem Browser. Nichts geht an einen Server dieser Seite,
es gibt keinen; die Angaben liegen im localStorage und bleiben
dort. Nur die Ortssuche fragt auf Knopfdruck einmalig Nominatim
(OpenStreetMap).
Zum Gebrauch: Dies ist ein Nachbau historischer Denktechniken, kein Ratgeber. Ärztliche, rechtliche und geldliche Entscheidungen gehören zu Menschen, nicht zu Tafeln.
Die Jahresumdrehung
Solar Revolution nach Abū Maʿšar
Einmal im Jahr kehrt die Sonne genau auf den Grad zurück, auf dem sie bei deiner Geburt stand. Für diesen Augenblick wird ein Horoskop gestellt — das Horoskop des Jahres. Abū Maʿšar hat das Verfahren in „Über die Umdrehungen der Jahre der Geburten“ ausgearbeitet, und er verlangt eine feste Reihenfolge der Befragung. Dieser Abschnitt geht sie Schritt für Schritt durch — und kommt erst am Ende zur Deutung.
Die Deutung
Die Geburt als Ganzes — durch zwei Brillen gelesen
Alle anderen Abschnitte sagen, wann etwas fällig wird. Dieser sagt, was fällig wird. In der alten Schule steht er vor allen übrigen, und Robert Zoller fasst die Regel in vier Worte: keine Deutung, keine Vorhersage. Wer das Geburtsbild nicht zuerst als Ganzes gelesen hat, bekommt aus den Zeitherren nur einen Kalender ohne Inhalt.
Dieselben Zahlen lassen sich auf zwei Weisen lesen, und die beiden widersprechen einander. Wähle, durch welche Brille du schauen willst — du kannst jederzeit wechseln.
Der Herr der Geburt
Almutem Figuris — wer über das Ganze zu sagen hat
Alles andere auf dieser Seite fragt nach einzelnen Dingen: wer dieses Jahr regiert, wer dieses Feld, wer diese Stunde. Der Almutem Figuris fragt nach dem Ganzen — welcher der sieben über diese Geburt als solche am meisten zu sagen hat. Bei Abraham Ibn Ezra (Sefer ha-Moladot, 12. Jh.) steht das Verfahren zuerst geschlossen beisammen, Guido Bonatti nimmt es in den Liber Astronomiae auf. In der mittelalterlichen Schule gilt er als der Schlüssel zur ganzen Deutung: Wer ihn nicht kennt, deutet Einzelheiten ohne Mitte.
Gerechnet wird in drei Lagen: die Würden über fünf Stellen — Sonne, Mond, Aszendent, Glückspunkt und die Syzygie vor der Geburt —, dann der Ort, an dem der Planet selbst steht, und zuletzt der Herr des Wochentages und der Herr der Geburtsstunde.
Das Werk
Der Herr des Werks nach Ptolemäus — woraus deine Arbeit gemacht ist
Ptolemäus (Tetrabiblos IV.4) fragt nicht, welchen Beruf jemand ergreift, sondern aus welchem Stoff seine Tätigkeit ist. Er sucht dafür zwei Stellen ab — den Planeten, der morgens vor der Sonne aufgeht, und den am Himmelsmittelpunkt — und lässt nur drei als Herrn des Werks gelten: Merkur, Venus und Mars. Alles Hervorbringen, sagt er, geht durch Hand, Auge oder Wort. Die übrigen vier geben Rang und Umstände, nicht das Werk selbst.
Die drei Lebensalter
Die Triplizitätsherren nach Dorotheos
Jedes Element hat drei Herren: einen für den Tag, einen für die Nacht und einen dritten, den die arabische Überlieferung den Teilhaber nennt. Dorotheos teilt das Leben in drei Teile und gibt jedem einen von ihnen. Wie dieser Herr steht, so verläuft sein Drittel. Es ist die einfachste Zeitteilung der ganzen Überlieferung — und zugleich die gröbste: Sie sagt eine Tendenz, keinen Termin.
Die arabischen Punkte
Partes — gerechnete Stellen, keine Himmelskörper
Sie heißen arabisch, sind aber älter: Schon Paulus Alexandrinus und der Liber Hermetis kennen sie. Ein Punkt entsteht immer gleich — man nimmt den Abstand zwischen zwei Stellen des Horoskops und trägt ihn vom Aufsteigenden aus noch einmal ab. Was herauskommt, ist kein Himmelskörper, sondern ein Ort, an dem zwei Bedeutungen sich treffen. Guido Bonatti führt siebenundneunzig davon auf; hier stehen die sieben hermetischen und die gebräuchlichsten.
Die Verteilung
Durch die Grenzen — qisma, jārbakhtār, distributio per fines
Die eigentliche Zeitherren-Technik des Dorotheos von Sidon (Carmen Astrologicum, 1. Jahrhundert), über das Pahlavi ins Arabische gekommen und bei ʿUmar al-Tabarī und Abū Maʿšar ausgebaut. Sie arbeitet anders als alles andere auf dieser Seite: Nicht ein Zeichen pro Jahr wie die Profektion, nicht feste Mengen wie die Firdaria — sondern der Aszendent wandert mit der Drehung des Himmels durch die fünf Grenzen jedes Zeichens, und jede Grenze dauert so lange, wie sie an deinem Geburtsort wirklich zum Aufgehen braucht.
Der Verteiler ist der Herr der Grenze, in der der Punkt gerade steht: Er gibt das Hauptthema. Der Teilhaber ist der Planet, dessen Körper oder Strahl der Punkt zuletzt überschritten hat: Er gibt die Menschen, die Ereignisse, das Getane. Ein Abschnitt heißt also immer mit zwei Namen.
Das Lebensmaß
Hylech und Alkochoden — die umstrittenste Technik der Überlieferung
Zuerst wird der Hylech gesucht (arabisch haylāj, griechisch aphetes, „der Loslassende“): jene Stelle des Horoskops, von der das Leben ausgeht. Dann der Alkochoden (kadkhudāh, „der Hausherr“): der Planet, der über dieser Stelle die meiste Würde hat. Er gibt seine Jahre her — seine größten, mittleren oder kleinsten, je nachdem, wie er selbst steht.
Alles, was die einzelnen Abschnitte gefunden haben, in einem Stück gelesen — das Wesen aus dem Namen, der Geist aus dem Himmel der Geburtsstunde, und wo du gerade in der Zeit stehst.